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Ein Schuldspruch und zwei Freisprüche in Bautzener Betrugsprozess

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Drei Betrugsvorwürfe mit einer Schadenssumme von insgesamt 150.000 Euro standen im Raum. Am Ende blieb ein Fall mit 50.000 Euro übrig. Dafür ist gestern ein Rumäne vom Amtsgericht Bautzen zu einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Ein Baumaschinenhändler aus einer Gemeinde östlich von Kamenz hatte sich mit dem 37-Jährigen eingelassen. Er witterte wohl das große Geschäft. 

 „Am Anfang stand die Annonce“.

Der Händler hatte Baumaschinen im Internet  auf mobile.de angeboten. Daraufhin kam es zum Kontakt. Der Angeklagte stellte eine Bestellung von gleich zehn Fahrzeugen in Aussicht (Verkaufswert: 800.000 Euro), angeblich für Bauprojekte in Temeswar, der europäischen Kulturhauptstadt. Der Handel sollte ausgeweitet werden. Sein Geschäftspartner bat um 50.000 Euro als Anzahlung für einen Mercedes. Gutgläubig zahlte der Baumaschinenhändler.. Das Geld sah er nicht wieder. War so, gestand der Angeklagte.

„Geld unterm Kopfkissen“

Dass der Angeklagte außerdem 20.000 und 80.000  Euro in bar bekommen haben soll, dafür fand das Gericht keine Beweise. Deshalb wurde er in diesen beiden Fällen freigesprochen. Die Angaben des Händlers waren für die Prozessparteien nicht plausibel und widersprüchlich, der Darlehensvertrag in der Ermittlungsakte für den Richter kein Nachweis. Das Geld, so gab der Baumaschinenhändler an, hatte er daheim aufbewahrt, einen Teil sinngemäß  „unterm Kopfkissen“. Es stammte angeblich aus einem Hausverkauf und der Auflösung von zwei Lebensversicherungen.  Er sei ein sehr sparsamer Mensch, fügte er hinzu.  Der Richter wies ihn mehrmals daraufhin, dass er sich selbst nicht belasten müsse.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.