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Verwirrspiel im Amtsgericht Bautzen

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"Rate mal, wer ich bin?"  wurde heute im Amtsgericht Bautzen gespielt. Aufgerufen wurde der Fall Ahmad A. Der mutmaßliche Schnapsdieb entpuppte sich aber als ein Mann mit drei Identitäten. Er verließ als Ibrahim M. die Verhandlung in Handschellen.

Verwirrspiel im Verhandlungssaal. Als Richter Dirk Hertle nach Namen, Nationalität und Alter des Angeklagten fragte, stellte der sich zunächst als Ahmad A. vor, 27 Jahre alt, geboren im Südsudan. Keine fünf Minuten später: April, April! Sein richtiger Name sei Ibrahim M, geboren 1983 in Libyen. Er habe sich insgesamt drei Identitäten zugelegt, um der drohenden Abschiebung zu entgehen. Der Richter holte die Polizei. Die Beamten überprüften im Schnellverfahren seine wahre Identität. Sein Fingerabdruck wurde gescannt und abgeglichen. Nach wenigen Minuten das Ergebnis: Es ist Ibrahim M.

Der Prozess ging weiter. Im „Netto“ an der Curie-Straße in Bautzen soll sich der mehrfach vorbestrafte Asylbewerber mehrere Flaschen Schnaps in seinen Rucksack gestopft haben. Ein Kunde, der das bemerkt hatte, versuchte ihn festzuhalten Dabei sei er vom Angeklagten mit einem Taschenmesser bedroht worden. Bei der anschließenden Verfolgung zum Asylbewerberheim „Greenpark“ sei er gestürzt und habe sich dabei verletzt, so der Zeuge. Nicht wahr, bestritt der Angeklagte die Tat.

Der Amtsrichter entschied: Das könnte ein schwerer Raub sein und sei deshalb ein Fall für das Landgericht. Bei der zu erwartenden Strafe von mindestens fünf Jahren erließ er Haftbefehl. Grund: Fluchtgefahr. Der Angeklagte wurde in die JVA Görlitz gebracht. Der Prozess wir nun in der nächst höheren Instanz neu aufgerollt.