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Viel Arbeit, aber Verluste im Waggonbau Niesky

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Der Schock bei den rund 400 Nieskyer Waggonbauern sitzt weiter.tief.  Mit der Insolvenz des Unternehmens hatten sie nicht gerechnet, denn die Auftragsbücher sind gefüllt. Das Unternehmen habe die Verluste aus dem letzten Jahr nicht ausgleichen können, hieß es. Deshalb wurde der Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Die Politik hat sich eingeschaltet.  Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig verspricht Unterstützung, dass der Güterwagenproduzent bestehen und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.  „Wir stehen mit dem Unternehmen in Kontakt. Die Insolvenz ist auch eine Chance für einen Neustart,, besonders aufgrund der hochqualifizierten, motivierten Mitarbeiter und des vorhandenen technischen Know-hows. Hier stehen auch die Gesellschafter und die Gläubiger in der Verantwortung“, sagte Dulig.

Wie konnte der der Waggonbau Niesky in die Schieflage kommen?

Viele Aufträge wurden abgeschlossen, aber die Konditionen stimmten nicht immer. Soll heißen: Viel Arbeit, aber kein Gewinn, sondern ein Minus unterm Strich. Damit drohe die Zahlungsunfähigkeit, so Geschäftsführer Eduard Janßen. Er ist erst seit November auf diesem Posten. Sein Vorvorgänger Steiner war um die Welt gereist und hatte Aufträge nach Niesky geholt.  Außerdem sollte Niesky eine Kooperation mit Chinas größtem Schienenfahrzeughersteller CRRC eingehen.  Im November vergangenen Jahres schloss der Güterwagenhersteller in  Shanghai zwei Verträge im Wert von insgesamt knapp zehn Millionen Euro ab.  Dabei geht es zum einen um Techno­lo­gie­transfer und Ingenieur­leis­tungen für   CRRC. Niesky erhält  Schweiß­bau­gruppen und Spezi­al­bau­teile für Auto-Trans­port­wag­gons.  200 dieser Waggons sollen in der Oberlau­sitz montiert werden.   In  China sollen preis­werte Kompo­nenten gefer­tigt werden – und zwar für Fahrzeuge, wie z.B. leichte Schie­be­wand­wagen, die in Niesky nicht kosten­günstig produ­ziert werden können.  Hatte sich Niesky da verrechnet?

Wer hatte bislang das Sagen im Waggonbau Niesky?

Die „Quantum“-Gruppe. Dabei handelt es sich um eine Investmentgesellschaft mit Sitz in München. Sie übernahm den Güterwagenhersteller im Sommer 2014 von der Deutschen Bahn.

Welche Strategie verfolgt der Insolvenzverwalter?

Sein Ziel ist, die 320 Arbeitsplätze der Stammbelegschaft  zu sichern und die  rund 700 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferern und Zeitarbeitern „wo immer möglich“ zu erhalten. Die Löhne seien bis Ende Februar über das Insolvenzgeld gesichert. Was mit den rund 100 Leiharbeitern werden soll, dazu wurde bislang nichts gesagt.

Was sagt die IG Metall?

Nach Angaben der IG Metall soll die „Quantum“ die Gewinne aus den vorangegangenen Jahren aus dem Unternehmen herausgezogen haben. Investitionen seien nie geflossen, so der Vorwurf der Gewerkschaft.  Die IG Metall möchte gern wissen, wohin die Gewinne geflossen sind. Ihre Forderung  ist: Das Werk muss erhalten bleiben mit der Stammbelegschaft.