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Volle Auftragsbücher im Waggonbau Niesky

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Der Waggonbau Niesky hat gut eineinhalb Jahre nach der Übernahme durch den slowakischen „Tatravagonka“-Konzern Fahrt aufgenommen. Die Auftragsbücher seien für drei Jahre gefüllt, sagte uns Geschäftsführer Matus Babik.  

„Der Betrieb war in einem schlechten Zustand, hatte fast fünf Millionen Euro Verluste gemacht“, blickt  Babik zurück. Das war Anfang 2019. Ende 2019 stand dann schon eine schwarze Null auf dem Papier. Im Frühjahr kam Corona. Kurzarbeit war angesagt. Nun läuft die Produktion auf Touren. In den Büchern stehen in diesem Jahr Aufträge für 86 Millionen Euro  und im nächsten Jahr für über 120 Millionen Euro. „Wir haben bis übernächstes Jahr die Bücher voll, die Verträge in unseren Händen“, freut sich der Manager, der schon zehn Jahre für den Konzern arbeitet.

Großaufträge aus Deutschland, Österreich und Frankreich

Drei große Kunden haben in Niesky geordert. Die Deutsche Bahn hat 150 Autotransport-Waggons bestellt. Und mehrere Optionen seien im Gespräch. „Ein Kunde aus Österreich nimmt von uns 200 Waggons für dieses Jahr“, so Babik. Hinzu kommt ein Auftrag für Spezialwaggons für den Eurotunnel unter dem Ärmel-Kanal.

„Eine gute Entscheidung“

Um lange Wege zu vermeiden, setzt Babik auf Zulieferer aus der Region und aus dem „Tatravagonka“-Konzernbereich, zum dem auch Werke in Polen und Tschechien gehören. „Ein Lkw aus Tschechien oder der Slowakei ist innerhalb eines Tages in Niesky.“

Die Übernahme des Werkes in Niesky sei eine gute Entscheidung gewesen, fasst Babik zusammen.  „Wir haben hier sehr gute und erfahrene Leute.“ Rund 300  Beschäftigte sind derzeit in Niesky tätig. Weitere 80 bis 100  Beschäftigte sollen in diesem Jahr eingestellt werden, z.B. Schweißer, Lackierer und Schlosser.

Der  „Tatravagonka“-Konzern, zu dem in Deutschland noch ein Wer in Halle gehört, sieht sich in Europa als zweitgrößter Güterwagenhersteller. Für das Unternehmen arbeiten weltweit fast 10.000 Menschen.

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Reporter Knut-Michael Kunoth