Vorhang fällt in Cunewalde - Kultur droht Aus
Der Vorhang fällt in Cunewalde. Zum Jahresende werde der Kulturbetrieb eingestellt – wenn nicht noch ein Wunder geschehe, so Bürgermeister Thomas Martolock gegenüber unserem Sender. Der Gemeinde fehlen rund 100.000 Euro, um das breite Kulturangebot aufrecht zu erhalten. Ein Antrag auf eine pauschale Förderung sei abgelehnt worden, so Martolock mit Blick auf Kulturkonvent und -beirat. „Wir sind ein Opfer der Kirchturmpolitik in der Oberlausitz geworden.“
Zum Vorwurf, er wolle eine angebotene Projektförderung nicht, sagte Martolock: Eine Förderung neuer Projekte bringe der Gemeinde überhaupt nichts. Es gehe darum, die bestehenden Einrichtungen am Leben zu halten.
Martolock hatte an die Gremien des Kulturraums appelliert, Cunewalde mit einer institutionellen Förderung zu helfen. „Ich erwarte ein größeres Verständnis für die Kultur im ländlichen Raum.“ Er erwarte zugleich Solidarität von den anderen Fördermittelempfängern. Sie sollten Angebote einschränken oder Eintrittspreise erhöhen, um Cunewalde zu helfen. Da gehe die Palette von den soziokulturellen Zentren wie der „Rabryka“ in Görlitz bis zu den Tierparks. „Wenn da jeder mal schaut, ob er auf 10.000 Euro verzichten kann, dann ist der Kulturbetrieb in Cunewalde gerettet.“
Der staatlich anerkannte Erholungsort betreibt das Veranstaltungs- und Tagungszentrum „Blaue Kugel“, zwei Museen, eine Bibliothek und den Umgebindehauspark. Jährlich besuchen rund 80.000 Gäste den staatlich anerkannten Erholungsort.