Vorletzte Lücke der B 178n wird geschlossen
Der Ausbau der B178n zwischen Niederoderwitz und Zittau kann beginnen. Am Montagvormittag wurde der erste Spatenstich für den Neubau des rund sechs Kilometer langen Abschnitts gesetzt. Bis 2025 soll nun die vorletzte Lücke der Verbindungsachse zwischen der A4 und der Grenze geschlossen werden.
Doch damit ist die B178 bis zur A4 bei Weißenberg noch immer nicht durchgängig passierbar. Offen ist noch ein gut fünf Kilometer langes Teilstück bis zur A 4 bei Weißenberg. Wann die Bauarbeiten dort beginnen, ist weiter unklar. Für die Trasse gebe es bislang nur Voruntersuchungen. Bis zum Herbst will die Landesregierung die Planungsunterlagen beim Bund einreichen.
Der Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker kritisiert die langwirgigen Planungsverfahren. „Ehrlich gesagt hat das alles zu lange gedauert. Wir sind zwar froh, dass es stattfindet, schauen aber auch sehr kritisch auf drei Jahre Bauzeit.“, erklärt er. Nach Ansicht des OB sei auch der dreispurige Ausbau der Strecke nicht ausreichend. „Wir binden an eine Autobahn an, die schon jetzt überlastet ist und auf der anderen Seite kommt der Verkehr aus Tschechien. Wir gehen fest davon aus, dass es zu einer Überlastung kommen wird.“
Der Görlitzer Landrat Bernd Lange fordert in diesem Zusammenhang, zumindest die technischen Bauwerke für einen vierspurigen Verlauf zu planen. „Das ist wichtig, damit der Politik am Ende nicht der Vorwurf gemacht wird, dass wissentlich zwei Mal gebaut werde.“, sagte Lange.
Die Baumaßnahme umfasst sechs Brücken, fünf davon sind als Überführung vorgesehen. Darunter befindet sich auch eine 61 Meter breite Grünbrücke, die den Lebensraum beidseits der Trasse verbindet und Wildtieren das sichere Überqueren ermöglichen soll.
Für den Ausbau investiert der Bund rund 40 Millionen Euro. Bis zum Herbst will die Landesregierung dann die Planungsunterlagen für den letzten Bauabschnitt beim Bund einreichen.
Die Bemühungen um eine schnelle Anbindung von der Autobahn 4 bei Weißenberg über Löbau und Zittau bis nach Tschechien reichen lange zurück. Die Straße verläuft auch ein paar Kilometer über polnisches Gebiet. Die Planungen für den Aus- und Neubau der B 178 begannen in den frühen 1990er-Jahren. Unklare Finanzierungen und diplomatische Hürden verzögerten das Projekt jedoch immer wieder. 2004 wurde der Staatsvertrag für die länderverbindende Verkehrsader zwischen Deutschland, Polen und Tschechien unterschrieben. (mit dpa)