- VW in Wolfsburg
Neue Sparpläne bei VW - Sorge um Zwickauer Werk
Volkswagen plant einem Medienbericht zufolge den Abbau von weltweit 100.000 Stellen – doppelt so viele wie ursprünglich veranschlagt. Laut Informationen des „Manager Magazins“, das sich auf interne Planungen von Konzernchef Oliver Blume beruft, könnten zudem vier deutsche Standorte mittelfristig geschlossen werden, darunter auch das Werk in Zwickau.
Kein Kommentar: VW verweist auf Beratungen
Volkswagen will die Berichte vorerst nicht kommentieren. Der Autobauer verweist auf Beratungen in den zuständigen Gremien, bestätigt aber gleichzeitig, an einem umfassenden Umbau zu arbeiten. Bei VW Sachsen haben wir bisher niemanden für eine Stellungnahme erreicht. Bis 2030 gilt eine mit der IG Metall vereinbarte Beschäftigungssicherung.
Stadt und Landkreis Zwickau: „Die Menschen brauchen Klarheit“
Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt und Landrat Carsten Michaelis nehmen die Berichte über die weitreichenden Strukturmaßnahmen im Volkswagen-Konzern sehr ernst. Sie sorgten für Verunsicherung bei den Beschäftigten im Zwickauer Werk und in den zahlreichen Zulieferunternehmen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Man fordere von Volkswagen eine zeitnahe und transparente Einordnung der Diskussionen und ein klares Bekenntnis zum Standort. „Die Menschen in unserer Region brauchen Klarheit über die Zukunft“.
Gleichzeitig werde mit Hochdruck am „Masterplan Südwestsachsen“ gearbeitet, um die wirtschaftliche Basis breiter aufzustellen und neue, zukunftsfähige Industriearbeitsplätze zu sichern.
Landesregierung zeigt sich kämpferisch
Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich zu den Schließungsplänen von VW geäußert. Deutschland dürfe sich „nicht herunterfahren“, so der CDU-Politiker. Wirtschaftsminister Dirk Panter erklärte, er wolle die Schließung des Werks in Zwickau nicht hinnehmen: „Wir werden um das Werk, um die Arbeitsplätze kämpfen.“ Der SPD-Mann will so schnell wie möglich mit der Konzernleitung sprechen. Auch zur Gewerkschaft habe er bereits Kontakt aufgenommen.
Gewerkschaft und Betriebsrat: Sparpläne mit aller Macht verhindern
Scharfe Kritik kommt von der IG Metall und dem Gesamtbetriebsrat, die eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht haben: „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern. Entscheidend ist ohnehin etwas ganz Anderes: Statt blinden Aktionismus zu zeigen, sollte der Vorstand endlich seinen Job machen und sich auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren: wettbewerbsfähige Produkte, Technologien, Konzernstrukturen und -synergien und damit auch sichere Beschäftigung.“
