„Waggonbau Görlitz hat Zukunft als Kompetenzzentrum“
Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer hat die Zukunftsperspektive für den Görlitzer Waggonbau bekräftigt. Der Standort werde zum Kompetenzzentrum für den Wagenkastenbau entwickelt, sagte er heute auf einer Festveranstaltung zum 170. Geburtstag des Görlitzer Werkes. Der Konzern hatte Investitionen von acht Millionen Euro versprochen. Sie würden derzeit geplant und sollen im nächsten Jahr umgesetzt werden, sagte uns Fohrer. Derzeit habe das Werk eine hohe Auslastung. Zudem diskutiere man bereits mit Gewerkschaften und Betriebsräten über die Zeit ab 2020. Der Bestands- und Kündigungsschutz bestehe bis 31. Dezember 2019.
Werksleiter Carsten Liebig strahlt nach den bewegten Zeiten Zuversicht aus. „Wir sind optimistisch, mit dem Bombardier-Management das Werk zum Kernkompetenzzentrum für den veredelten Wagenkastenbau neu auszurichten“. In diesem Jahr habe der 9000. Doppelstockwagen das Werk verlassen, der 500. Wagen für die Israelische Staatsbahn und der 300. ICE-Wagenkasten seien gefertigt worden.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hob die schwierige Situation des Werks vor drei Jahren hervor, als sogar eine Schließung im Raum stand. „Unser Erfolgsrezept, warum es hier weitergeht, ist, dass wir immer zusammengehalten haben“, sagte er. Einen Tag vor der Kommunal- und Europawahl unterstrich er, dass die Grenzstadt Görlitz von einer europäischen Entwicklung profitierBei Bombardier in Görlitz sind derzeit rund 1.200 Beschäftigte tätig. Nach den Plänen des Konzerns soll sich die Zahl der Arbeitsplätze bis Ende dieses Jahres auf 800 verringern. Die Auftragsvorräte seien groß, so Betriebsratsvorsitzender René Straube. Die Görlitzer Bombardierwerker fertigen nicht nur Doppelstockzüge, sondern auch Wagenkästen für den neuen IC-X. Zusätzlich haben sie Arbeit aus dem Bombardierwerk im tschechischen Böhmisch Leipa bekommen. Dort werden Talent-Züge produziert. "Eine Auslastung ist damit auch für die nächsten Jahre gegeben", so Straube.