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Lokführerstreik - Einschränkungen auch in der Lausitz

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Wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) müssen sich Bahnreisende auch in der Lausitz auf Einschränkungen einstellen. Auf allen Zugverbindungen der Deutschen Bahn gibt es seit Mittwochabend weitreichende Ausfälle und Verspätungen. Betroffen sind neben S- und Regionalbahnverbindungen von Dresden nach Kamenz und Hoyerswerda auch die Linien in Richtung Cottbus und Berlin. Weniger Auswirkungen könnte der Warnstreik offenbar auf die trilex-Verbindungen in der Oberlausitz haben. Die Züge von Dresden in Richtung Görlitz und Zittau sollen trotz Warnstreiks überwiegend nach Plan fahren, teilte die Länderbahn mit. Die Mitarbeiter seien demnach von der GDL nicht zum Streik aufgerufen worden.

Dennoch sollten alle Reisenden mit kurzfristigen Ausfällen und Verspätungen rechnen. Auch die Mitarbeiter in den Stellwerken der Deutschen Bahn sollten dem Streikaufruf folgen. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Beginn der Fahrt über ihre Verbindung zu informieren oder auf andere Fahrmöglichkeiten umzusteigen. Die Deutsche Bahn hatte bereits im Vorfeld einen Notfahrplan erarbeitet. Dennoch seien auf zahlreichen Verbindungen nur einzelne Züge unterterwegs. Schon vor Beginn des bundesweiten Warnstreiks hatte es laut DB erste Einschränkungen gegeben.

Die GDL hatte für Mittwochabend, 22.00 Uhr, bis Donnerstagabend, 18.00 Uhr, zu einem 20-stündigen Warnstreik aufgerufen. Damit verschärft Gewerkschaftschef Claus Weselsky schon nach der ersten Verhandlungsrunde die Gangart in dem Tarifkonflikt. Aufgerufen waren unter anderen Lokführer, Zugbegleiter, Werkstattbeschäftigte und Fahrdienstleiter.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem 555 Euro mehr im Monat bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit sowie eine Inflationsausgleichsprämie. Als Knackpunkt gilt die Forderung nach einer Absenkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Wochenstunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohn. Während GDL-Chef Claus Weselsky in den vergangenen Wochen immer wieder die große Bedeutung dieser Forderung betonte, sieht DB-Vorstand Seiler an dieser Stelle keinen Verhandlungsspielraum. Die Forderung sei auch aufgrund des Fachkräftemangels nicht realisierbar. Die Personalsituation bei der Bahn ist in einigen Bereichen bereits jetzt angespannt.

Wie die beiden Parteien an dieser Stelle zueinander finden sollen, ist derzeit völlig unklar. Die nächsten vereinbarten Gesprächstermine sind der 23. und 24. November. Ob diese stattfinden, ließen beide Seiten am Mittwoch ebenfalls offen. Sicher ist aber, dass der Aufruf zum Warnstreik dem Vertrauensverhältnis in dem noch jungen Tarifkonflikt geschadet hat. Viele hatten bereits mit einem Streikaufruf zu Verhandlungsbeginn gerechnet. Dieser blieb aus, stattdessen verhandelten Weselsky und sein Team gut fünf Stunden lang mit den Bahn-Vertretern. Anschließend präsentierte der GDL-Chef vor allem die vielen Verhandlungstermine noch vor Weihnachten als Erfolg - von denen nun mindestens zwei nicht stattfinden werden. (mit dpa)

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Umfrage unter Bahnreisenden in der Oberlausitz