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Warnstreik bei Siemens in Görlitz - Protest gegen geplanten Stellenabbau

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Fast 400 Beschäftigte von Siemens Görlitz sind heute in einen einstündigen Warnstreik getreten. Sie forderten ein Angebot in der laufenden Tarifrunde und protestierten zugleich  gegen den geplanten Stellenabbau . Der Konzern will nach Angaben der Gewerkschaft 150 Arbeitsplätze streichen. Das wären über 15 Prozent der Belegschaft, so IG Metall Ostsachsenchef Jan Otto. Görlitzer Waggonbauer zeigten sich mit den Streikenden solidarisch.

Siemens will auch das Ausbildungszentrum in Görlitz abwickeln. Es soll verlagert werden.Sollte der Konzern seine Absicht wahrmachen, wäre dem Standort eine wichtige Grundlage entzogen. Im Ausbildungszentrum werden gegenwärtig über 90 Lehrlinge ausgebildet. Die IG Metall zeigt sich kampfbereit. „Wir werden einen stufenweisen Aderlass nicht in Kauf nehmen“, so Otto.

Im vergangenen Jahr war für den Standort ein millionenschwerer Zukunftspakt geschlossen worden. Darin hat sich der Konzern u.a. zum Aufbau eines Innovationscampus und einer Plattform zur Erforschung von Wasserstofftechnologien in Görlitz bekannt.

Vor drei Jahren hatte die Belegschaft gezeigt, dass sie für den Erhalt des Standorts erfolgreich kämpfen kann. Sie trommelte buchstäblich die Konzernführung an den Verhandlungstisch. Das Werk wurde gerettet. Jetzt gehe es darum, den Erfolg zu verteidigen, so Otto.

Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde vier Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Es soll zur Sicherung von Beschäftigung und Einkommen eingesetzt werden. Außerdem geht es um die Verbesserung der Übernahmeregelungen für Auszubildende.

Audio:

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostsachsen