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Warten auf neue Aufträge im Görlitzer Alstomwerk

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Die Görlitzer Waggonbauer brauchen dringend neue Aufträge. Ein Großteil der knapp 900 Beschäftigten sei schon in Kurzarbeit. Die Auslastung werde sich im Januar weiter verschlechtern, sagte uns Betriebsratsvorsitzender René Straube. Von Alstom forderte er eine Strategie für den Standort.

Knapp ein Jahr nach der Übernahme durch die Franzosen sieht es mau aus in den Auftragsbüchern. Gegenwärtig werden in Görlitz kleinere Straßenbahn-Aufträge abgearbeitet, so etwa für Dresden. Brot für 30 Kollegen, so Betriebsratsvorsitzender René Straube. Wöchentlich verlässt ein Wagenkasten für den ICE-4 das Werk. Dieser Auftrag, den sich Görlitz mit Breslau teilt, läuft Ende 2023 aus. Aus einem Großauftrag der Deutschen Bahn werden noch 43 Doppelstockfahrzeuge gebaut. Eine letzte Option über 100 Wagen ist offen. Straube geht aber nicht davon aus, dass sie gezogen wird.

Dagegen läuft die Produktion an den Alstom-Standorten in  Breslau, Kattowitz und Böhmisch Leipa auf Touren. Die Kollegen in den beiden Nachbarländern haben gut zu tun. Das gönnt ihnen Straube auch. Doch steuerfinanzierte Aufträge aus Deutschland müssten auch in Deutschland abgearbeitet werden und nicht in Werke ins Ausland gehen. Alstom müsse endlich die Karten auf den Tisch legen. Görlitz brauche eine Perspektive. Aus der Konzernzentrale hat Straube schon lange nichts gehört.

Unmittelbar nach der Übernahme der Bombardier-Zugsparte vor knapp einem Jahr hatte Alstom-Chef Henri Poupart-Lefarge erklärt: „Wir werden alle Werke in Deutschland brauchen“.