„Was normal ist, nicht allein aus Blickwinkel des Wolfes beantworten“
Die Landräte von Bautzen und Görlitz, Witschas und Meyer, haben praxisgerechte Regelungen im Umgang mit dem Wolf gefordert. Wichtig sei dabei auch eine schnelle Abstimmung mit den Behörden. Die Kreischefs trafen sich gestern mit Sachsens grünem Umweltminister Wolfram Günther. Sie sprachen u.a über das Vorgehen, wenn sogenannte Problemwölfe vergrämt oder abgeschossen werden müssen. Weitere Treffen auf Fachebene sollen folgen.
Viele Details der Abläufe seien noch unklar, so der Bautzener Landrat Udo Witschas. Tierhalter und Kreisverwaltung benötigten Rechtssicherheit, ergänzte der Görlitzer Landrat Stephan Meyer.
„Wenn ein Wolf ohne Scheu durch die Dörfer spaziert, dann mag es rein fachlich gesehen normal sein. Die Frage, was hier als normal gilt, kann jedoch nicht allein aus dem Blickwinkel des Wolfes beantwortet werden. Wenn etwa Vereinsaktivitäten mit Kindern und Jugendlichen im Wald nicht mehr uneingeschränkt durchgeführt werden, wenn Spaziergänger sich um ihre Hunde fürchten, dann ist das eine Einschränkung der Lebensqualität – und aus meiner Sicht nicht mehr normal“, so Witschas.