60-Jährige schmuggelt Drogen in JVA Zeithain
Eine Mutter sollte für ihre Kinder da sein, auch wenn sie schon längst aus den Kinderschuhen herausgewachsen sind. Die Fürsorge einer Weißenbergerin zu ihrem Sohn ging aber zu weit. Gestern stand sie in Bautzen vor Gericht. Sie hatte für ihren Sohn Crystal und Marihuana in die JVA Zeithain geschmuggelt – nicht nur einmal.
Es ist ihr peinlich. Sie will es schnell hinter sich bringen. Ihr Junge habe ihr in den Ohren gelegen. Er sei drogenabhängig und von anderen im Gefängnis bedrängt worden. Da sei sie mit reingerutscht.
Drogen in Kondom in die JVA geschmuggelt
Ihr 27-jähriger Sohn, der einen Zechkumpan totgeschlagen hatte und dafür zu fast acht Jahren Haft verurteilt worden war, gab ihr die Adresse von zwei Dealern, einer hatte den Spitznamen „Dose“. Dort kaufte Mutti den Stoff. Einmal besorgte sie auch Crystal vom Vietnamesenmarkt hinter der tschechischen Grenze. Die Drogen schmuggelte sie in ihren Strümpfen oder - verpackt in einem Kondom – im Schlüpfer in die JVA. Im Besucherraum fand die Übergabe statt. Der Sohn verkaufte die Drogen vermutlich gewinnbringend an Knastkumpane weiter.
Auf dem Radar der Ermittler
Das ging einige Male gut, bis ein Päckchen, das sie per Post bekommen sollte, von der Polizei abgefangen wurde. Die 60-Jährige war nun auf dem Radar der Ermittler. Als sie einen Monat später wieder ihren Sohn besuchen wollte, flog sie auf.
Die dreimal vorbestrafte Mutter wurde zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie sei nicht nur Kurierin gewesen, sondern Mittäterin, so Richter Dirk Hertle. Ihr sollte jetzt klar sein, dass bei einer noch so kleinen Drogensache mit Drogen die Bewährung widerrufen werde. Dann sitzt auch sie hinter Gittern. Die Mutter hat das Urteil angenommen. Es ist rechtskräftig.