Weiter kein Kompromiss im Streit um Tagebau Turow
Der Streit um die Erweiterung des Tagebaus Turow im Zittauer Dreiländereck schwelt weiter. Tschechien und Polen haben nach mehrtägigen Verhandlungen keinen Kompromiss erzielt. Bis 2044 soll Kohle gefördert werden und der Bagger entlang der Neiße bis 70 Meter vor die tschechische Grenze rücken.
Einwohner in der benachbarten Region Liberec (Reichenberg) befürchten neben Lärm vor allem Trinkwasserprobleme durch den sinkenden Grundwasserstand. Polen bietet Ausgleichsmaßnahmen an. Sie sind für die tschechische Seite offenbar nicht ausreichend. Prag kritisiert die fehlende Umweltverträglichkeitsprüfung für die Erweiterung.
Der Tagebaubetreiber ignoriert einen vom Europäischen Gerichtshof angeordneten einstweiligen Abbaustopp . Polen soll dafür eine halbe Million Euro Strafe pro Tag zahlen.