Weltkulturerbe-Kandidat Görlitz macht Eindruck auf UNESCO-Beirat
Görlitz hat sich mit seinen historischen Hallenhäusern den internationalen Experten präsentiert. Sie waren vor wenigen Tagen in fast geheimer Mission in Görlitz. Oberbürgermeister Siegfried Deinege ist überzeugt, dass Görlitz mit seinen Hallenhäusern punkten kann.Zuvor war die Görlitzer Welterbe-Arbeitsgruppe in 18 Städte Europas ausgeschwärmt – mit dem Auftrag, zu prüfen, ob die Hallenhäuser in der Neißestadt tatsächlich einzigartig sind. Die Emissäre um Bauforscher Frank Ernest-Nitzsche waren in Böhmen und Mähren unterwegs, sie besuchten Regensburg und Passau, gingen auf Recherche in Polen – bis an die ukrainische Grenze. Aber so alte Hallenhäuser wie in Görlitz fanden Nitzsche und seine Begleiter nicht. Die Görlitzer Bautzen seien Unikate. Prototypen aus dem 15. Und 16. Jahrhundert sozusagen, deren Grundkonstruktion sich später im Osten und bis nach Tirol ausbreitete. Mit diesem Wissen konnte der Görlitzer Oberbürgermeister selbstbewusst vor die Mitglieder des UNESCO-Beirates treten.Die Experten blieben länger als geplant in Görlitz, schauten sich nicht nur die Hallenhäuser an, machten auch noch einen Rundgang durch die Stadt. Für Deinege ein gutes Zeichen.Die Görlitzer können sich nun aber nicht zurücklehnen. Die Bewerbung müsse weiter untersetzt, ein Managementplan für die Hallenhäuser aufgestellt werden, so Baubürgermeister Michael Wieler. Und dann sind noch die Kosten. Zum Nulltarif ist das Ziel Weltkulturerbe nicht zu erreichen. Mit einer siebenstelligen Summe wird gerechnet, um dem hohen Anspruch gerecht zu werden.Die Entscheidung, wer auf die nationale Vorschlagsliste kommt, soll noch in diesem Jahr fallen. Görlitz sieht sich weiteren 31 deutschen Bewerbern gegenüber. Und wenn das geschafft ist, wird es noch mindestens 18 Monate dauern, bis die UNESCO die Auswahl trifft. Noch ein weiter Weg für Görlitz.