Wende im Fall Arnsdorf - Iraker tot
Der Iraker, der letztes Jahr vor einem Supermarkt in Arnsdorf im Kreis Bautzen an einen Baum gefesselt wurde, ist jetzt in einem Waldstück tot aufgefunden worden. Seine Identität soll durch einen DNA-Test zweifelsfrei geklärt werden. Vermutlich starb er an Unterkühlung. Im Mai 2016 hatten mehrere Männer den Asylbewerber in einem Supermarkt gepackt, ihn hinausgezerrt und mit Kabelbindern an einen Baum gefesselt, weil er eine Kassiererin bedroht haben soll. Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Gegen vier 29- bis 56-Jährige war Ende 2016 Anklage wegen Freiheitsberaubung erhoben worden, ihr Prozess beginnt am 24. April am Amtsgericht Kamenz.Die Ermittlungen gegen das Opfer waren mangels Nachweis einer Bedrohung ebenso eingestellt worden wie diejenigen gegen den Görlitzer Polizeichef. Er hatte Verständnis für das rabiate Vorgehen gegen den vermeintlich psychisch kranken Flüchtling geäußert. Auch Untersuchungen gegen zwei Polizisten, unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung, wurden nicht weiterverfolgt.