Wie ist es um die Brücken in der Oberlausitz bestellt?
Der Schock sitzt tief. Diese Bilder kannten wir bisher nur aus Italien oder aus der Dritten Welt. Nun in Dresden. Heute morgen stürzte die Carola-Brücke teilweise ein. Die Ursache ist noch unklar. Korrosionsschäden könnten dazu geführt haben, so eine Mutmaßung.
Wir ist es eigentlich um den Zustand der Straßenbrücken bei uns in der Oberlausitz bestellt? Wir haben in den Landratsämtern Bautzen und Görlitz nachgefragt. Antwort bekommen wir allerdings erst morgen (Pressestelle in Bautzen wegen einer Weiterbildung heute nicht besetzt, der zuständige Mitarbeiter im Landratsamt Görlitz hat Urlaub).
So haben wir in unser Archiv geschaut. Vor drei Jahren galt jede fünfte Kreisstraßenbrücke im Kreis Bautzen als marode, als dringend sanierungsbedürftig. 13 Brücken waren nicht mehr standsicher, die Verkehrssicherheit stark beeinträchtigt oder gar nicht mehr gegeben. Zu den Sorgenkindern gehörten vor allem Stahlbetonbrücken.
Auch im Kreis Görlitz bekam vor drei Jahren jede fünfte Kreisstraßenbrücke schlechte Noten. 27 Bauwerke waren in einem nicht ausreichenden bis ungenügenden Zustand. Bei 17 Brücken waren die Mängel und Schäden so stark, dass sie abgerissen und neu gebaut werden müssten. Der Investitionsbedarf wurde auf insgesamt mindestens 25 Millionen Euro geschätzt.