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Wieder Razzia bei Reichsbürger in Hermsdorf

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Zahlreiche Einsatzkräfte von Polizei und Landeskriminalamt sind am Morgen erneut in Ottendorf-Okrilla angerückt. Ein Grundstück und Haus an der Dresdner Straße im Ortsteil Hermsdorf direkt neben der A4-Auffahrt wird durchsucht. Eine LKA-Sprecherin bestätigte den Einsatz, es geht um einen mutmaßlichen Reichsbürger.

Wie unser Reporter vor Ort berichtete, ist ein schwarzer Jeep von der Grundsteineinfahrt in ein Polizeiauto gefahren. Der Anwohner wollte flüchten. Er wurde vorläufig festgenommen, griff dabei die Beamten an. Er wurde schließlich mit Pfefferspray gestoppt. Auf seinem KFZ-Kennzeichen hatte er die Europaflagge übermalt. Die Schuppen, der Garten und das Wohnhaus wurden durchsucht. Computer und andere Datenträger wurden sichergestellt und von den Einsatzkräften mitgenommen.

Bei Facebook rief der Mann nach unseren Informationen in der Vergangenheit zur Revolution und zum Umsturz auf, er schrieb dort u.a. wörtlich: „(...) die Macht der Bundes Regierung ist am Ende wir fordern diese auf zurückzutreten An das Deutsche Volk hiermit wirt der Neue Volksaufstand am !7 Juni statt finden (...)“. Auch gegen Bundeskanzlerin Merkel, den lokalen Bürgermeister und seine Nachbarn hetzte der Mann öffentlich im Netz und beleidigte diese.

Bereits in der vergangenen Woche war die Polizei vor Ort, weil die Deutschlandflagge dort falschherum hing - wir hatten exklusiv berichtet. Der Mann soll nach unseren Informationen in der Vergangenheit mehrfach von den Behörden aufgesucht worden sein. Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik und die Rechtsordnung ab.

Mitteilung des Landeskriminalamtes:

In einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Görlitz wegen des Verdachtes der Bedrohung gegen einen Polizeibeamten durchsuchten Beamte der Soko REX des Landeskriminalamtes heute Morgen in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla die Wohnung eines Mannes, welcher im Verdacht steht, der sogenannten Reichsbürgerszene zuzugehören. Grundlage dieser Exekutivmaßnahmen war ein Beschluss des Amtsgerichtes Görlitz.

Als ein Polizeibeamter dem 51-jährigen Betroffenen den Durchsuchungsbeschluss erläutern wollte, begab sich dieser zu seinem Fahrzeug und rammte damit ein Polizeifahrzeug. Daraufhin wurde der Mann vorläufig festgenommen. Bei der Festnahme leistete er Widerstand gegen die Polizeibeamten. Sein Angriff auf die Polizeibeamten konnte nur durch die Anwendung von Pfefferspray unterbunden werden. Bei dem Unfall wurde die seitliche Schiebetür am Polizeifahrzeug und die Stoßstange des PKW beschädigt. Die Höhe des Sachschadens ist derzeit noch nicht bekannt.

Bei der Durchsuchung der Wohnung konnte mögliches Beweismaterial, u.a. ein Mobiltelefon  und IT-Technik sichergestellt werden. Diese Asservate müssen nun ausgewertet werden. Die Ermittlungen dauern an.