Wieder Tumulte in Bautzen
Bautzen findet keinen Frieden. Zwischen jungen Asylbewerbern und deutschen Männern ist es gestern Abend zu Auseinandersetzungen gekommen. Entsprechende Informationen unseres Senders bestätigte am Vormittag die Polizei. Zunächst wurden Zeugen zufolge drei Flüchtlinge von zwei Personen mit Pistolen bedroht. Die Asylbewerber waren in Begleitung von zwei deutschen Frauen auf dem Kornmarkt, der sogenannten "Platte", auf der es bereits in den vergangenen Monaten wiederholt zu Krawallen gekommen war. Ihnen stand eine achtköpfige Männergruppe gegenüber. Zeugen ordneten die Personen dem rechten Spektrum zu.Wie die Polizei weiter mitteilte, griff später im Bereich des Lidl-Marktes an der Steinstraße ein 20-jähriger Asylbewerber einen 19-jährigen Deutschen an. Der Libyer wurde in Gewahrsam genommen. Seine beiden Begleiter – ebenfalls Asylbewerber - sahen anschließend eine Gruppe von zehn bis 15 Personen auf sich zukommen. Steine flogen. Einer traf einen der beiden Flüchtlinge am Bein. Vier deutsche Tatverdächtige im Alter von 19 bis 28 Jahren wurden festgenommen. Kurz nach Mitternacht wandte sich ein weiterer Asylbewerber an eine Polizeistreife. Der 39-Jährige gab an, er sei mit einer Pistole bedroht worden. Der von ihm beschriebene Tatverdächtige konnte wenig später gestellt werden. Bei dem 29-Jährigen fanden die Polizisten eine Schreckschusswaffe – außerdem Drogen. Es handelt sich um einen bereits polizeibekannten Deutschen.Ob die ermittelten Tatverdächtigen zu der Gruppe auf dem Bautzener Kornmarkt gehören, wird derzeit geprüft. Weitere Zeugen werden gesucht. Hinweise bitte an das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz (Telefon: 03581 - 468-100) oder an eine andere Polizeidienststelle.Meldungen, es habe eine Hetzjagd durch Bautzen gegeben, wies die Polizei erneut zurück. Das Landratsamt Bautzen kündigte an, insbesondere junge Asylbewerber zu sensibilisieren, wie sie Gefahrensituationen rasch erkennen und diesen entgehen können. Eine nächtliche Ausgangssperre, so wie nach den Krawallen Mitte September, hält die Kreisverwaltung bislang nicht für erforderlich.