„Wir leben permanent in Angst“ - Ostritzer verlangen mehr Polizei im Kampf gegen Grenzkriminalität - Hilfe versprochen
Einbrüche und Diebstähle in Ostritz - die Einwohner der Neißestadt fordern von Polizei und Politik endlich wirksame Schritte gegen die Grenzkriminalität. Die Situation sei inzwischen unerträglich, viele hätten Angst, so Teilnehmer eines Sicherheitsforums gestern Abend im Ortsteil Leuba.
"Die Leute trauen sich abends nicht mehr aus dem Haus. Meine Enkelkinder wollen aus Angst vor Einbrechern nicht mehr im Erdgeschoss schlafen", schilderte Ortsvorsteher Norbert Kern unserem Sender. Einem Rentner wurden die beiden liebe- und mühevoll restaurierten Oldtimer gestohlen. Handwerker räumen nach Feierabend ihre Autos aus, nehmen teure Werkzeuge mit nach Hause, nur damit sie nicht zur Diebesbeute werden.
Der Görlitzer Polizeipräsident Conny Stiehl zeigte Verständnis für die Sorgen und versprach eine Lösung. Beamte des neuen Einsatzzuges würden zusätzlich zu den bereits jetzt eingesetzten Kräften - Streifen und Zivilbeamten - in den Bereich Ostritz geschickt. Die ersten 20 Polizisten der Einheit werden im März aufgestellt. Bis Herbst sollen es 66 sein.
Im vergangenen Jahr wurden in der Neißestadt Ostritz 185 Straftaten verübt. Das waren zwar rund 30 weniger als im Jahr zuvor, jedoch fast 100 mehr als im Jahr 2007.
Der Kritik von Einwohnern aus dem Ortsteil Leuba, dass mitunter Polizisten ohne ausreichende Ortskenntnis eingesetzt würden, stimmte Stiehl zu. Das müsse sich ändern. Bürger berichteten, dass sich Polizisten bei der Verfolgung eines Einbrechers in Leuba verliefen. Auch müsse die Polizei besser wahrgenommen werden. Anhalten, aussteigen, mit den Menschen reden, das sei das klassische Schutzmanngeschäft, so der Görlitzer Polizeipräsident.
Stiehl versprach eine Lösung. Die Einwohner müssten aber mithelfen im Kampf gegen die Kriminalität. Sie sollten sich nicht scheuen, bei Verdacht den Notruf 110 zu wählen. Hilfe sei dann in der Regel in Minutenschnelle da.