Wirbel um Vize-Landrat von Bautzen
Kontakte des CDU-Politikers Udo Witschas zur rechtsextremen NPD haben in Sachsen Entrüstung ausgelöst. Politiker mehrere Parteien forderten Konsequenzen . Die SPD sprach von einem handfesten Skandal. Linke, Grüne und SPD forderten einen Rücktritt beziehungsweise die Entlassung von Witschas. Laut Regierungssprecher Ralph Schreiber hat Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit CDU-Landrat Michael Harig telefoniert. Dabei habe er sein Unverständnis deutlich gemacht und um eine zügige Klärung der Vorkommnisse gebeten. Witschas räumte inzwischen Fehler ein. „Ich kann verstehen, dass der Ton, in dem die Unterhaltung über Facebook geführt wurde, als verstörend angesehen wird. Ich hatte diesen Ton bewusst gewählt, um über Marco Wruck die Eskalation einer angespannten Situation zu verhindern“, erklärte Witschas sein Verhalten. Im Rückblick müsse er sagen, dass er die notwendige Distanz an einigen Stellen nicht gezeigt habe. Witschas will nach eigenem Bekunden mit Wruck kommuniziert haben, um zu einer Deeskalation der Lage in Bautzen beizutragen. Hintergrund sind anhaltende Auseinandersetzungen zwischen jungen Flüchtlingen und Rechten in der Stadt seit mehr als einem Jahr. „Im Nachgang muss ich feststellen, dass ich die Stellung von Marco Wruck in der rechten Szene und damit seinen Einfluss auf eine Deeskalation vielleicht überschätzt habe“, betonte Witschas. Dies würden auch die aktuellen Querelen innerhalb der NPD und der Rauswurf Wrucks aus der Partei zeigen: „Die Entscheidung zur Kommunikation mit Marco Wruck würde ich daher im Rückblick nicht mehr für sinnvoll erachten.“ Es sei bei dem Chat nicht um inhaltliche Zustimmung zur NPD gegangen.