Wirte protestieren in Bautzen und Großräschen
Gastronomen haben heute in Bautzen und Großräschen einen Corona-Rettungsschirm für die Branche gefordert. Sie schlossen sich der bundesweiten Initiative „Leere Stühle“ an. In Bautzen stellten Wirte über 100 Stühle vor das Rathaus – außerdem einen Sarg. Gaststätten und Cafés dürfen in der Lausitz am 15. Mai wieder aufmachen – aber unter strengen Hygieneauflagen. Auch das ist ein Kritikpunkt. Die Wirte befürchten Umsatzeinbußen bei gleich hohen Kosten, wie etwa für die Lokalpacht. Von der Bundesregierung verlangen sie, die angekündigte Mehrwertsteuer auf Getränke auszudehnen und die Geltungsdauer von einem Jahr zu verlängern.
„Die Lockerungen sind schon mal ein gutes Signal, dass lässt uns hoffen - aber die Vorgaben und Einschränkungen führen zu größeren Verlusten bei gleichbleibenden Kosten.“ - sagte uns Sandro Reichel, Hoteldirektor vom BestWesternPlus Hotel in Bautzen. Auch Bodo Siegert - Geschäftsführer des Mönchshof zeigt sich skeptisch: „Wir haben ein großes Problem - die Stadt ist leeer! Wir haben große Angst, dass die Geschäfte offen sind, aber niemand kommt, weil die Leute verunsichert kommt.“ Es fehle zudem an klaren Aussagen von der Politik - so der Gastwirt weiter.
Eigentlich müssten die Wirte froh sein. Am 15. Mai dürfen sie wieder aufmachen. Aber da sind die strengen Auflagen: 1,50 Meter Mindestabstand zwischen den Tischen und damit weniger Plätze, abwischbare Speisekarten und viele andere Dinge. Die Gastronomen fordern sinnvolle Öffnungskonzepte und angemessene Hygienevorschriften.
Auch Gastronomen aus dem Lausitzer Seenland schließen sich der bundesweiten „Leere Stühle“-Aktion an. 20 Teilnehmer haben für die Aktion im Stadthafen Großräschen zugesagt. Sie wollen auf ihre finanziellen Probleme durch die coronabedingte Schließzeit aufmerksam machen. Anders als in anderen Städten bei der Aktion üblich, werden die Teilnehmer nicht nur zwei Stühle zum Stadthafen Großräschen bringen, sondern so viele sie können, sagte uns Initiator Sebastian Wolschke.
Die Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe erhoffen sich Fördermittel und Zuschüsse, um das entstandene Minus durch die Corona-Krise ausgleichen zu können. Außerdem wünschen sie sich gut umsetzbare Hygienevorschriften, die es den Betrieben möglich macht, am 15. Mai wieder zu öffnen und gut wirtschaften zu können.