++ EIL ++

Zeichen auf Kurzarbeit bei Bombardier Görlitz und Bautzen

Zuletzt aktualisiert:

Die Grenzen bleiben geschlossen. Vor über einer Woche wurden Ausgangsbeschränkungen erlassen.  Geschäfte und Gaststätten sind zu. Selbstständige und Gewerbetreibende befürchten das Aus, wenn die Verbote noch Wochen bestehen bleiben. Corona nimmt auch immer mehr Betriebe der Metall- und Elektroindustrie in der Lausitz in den Würgegriff.  Lieferketten sind unterbrochen, Kurzarbeit ist angesagt.

Der Parkplatz vor der Deutsche Accumotive in Kamenz ist gut gefüllt.  Gearbeitet wird in Schichten. Beim Batteriehersteller, einer 100prozentigen Tochter des Daimler-Konzerns,  ist die Krise offenbar noch nicht angekommen. Die Produktion laufe auf Hochtouren, so Jan Otto, Chef der IG Metall für Ostsachsen.

Anders sieht es schon wenige Kilometer weiter aus. Bei der TD Deutsche Klimakompressor GmbH in Straßgräbchen ist Kurzarbeit angesagt. Die meisten der 950 Beschäftigten wurden nach Hause geschickt. Nur eine Notbesetzung ist noch da. Auch im Maja Möbelwerk stehen die Bänder  still.

Zeichen auf Kurzarbeit bei Bombardier in Görlitz und Bautzen

Bei Bombardier in Görlitz und Bautzen werden Vorbereitungen für Kurzarbeit getroffen.  Über die Lieferketten sei schon der Mangel angekommen. Otto geht jedoch nicht von Kurzarbeit Null aus.  Es werde möglicherweise einzelne Abteilungen treffen. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen mit der Geschäftsführung Aufschlagszahlungen für das betroffene Personal vereinbaren. An beiden sächsischen Bombardier-Standorten arbeiten rund 2.200 Beschäftigte.

„Schäden bei Lockdown von drei Monaten nicht mehr einzudämmen“

Lieferketten drohen zunehmend abzubrechen. Wie lange können die Betriebe den Stillstand durchhalten? „Bei vielen Betrieben wird es in vier bis sechs Wochen immer kritischer. Bei einem Lockdown von drei Monaten ist mir nicht klar, wie die Schäden wieder eingedämmt werden können“, meint Otto.

Regionale Kreisläufe stärken

Keiner weiß, wann die Krise vorüber ist.  Doch schon jetzt sollte sich die Wirtschaft in der Oberlausitz auf eine Welt nach Corona vorbereiten, so Otto. „Die Unternehmen müssten Lagerkapazitäten in der Region aufbauen.“ Das mag erst einmal viel kosten. Aber diese Investitionen werden sich auszahlen, ist Otto überzeugt.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth