Zittauer Krematorium überlastet - Verstorbene sollen ausgelagert werden

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Immer mehr Sterbefälle in Zittau. Das Krematorium ist an seine Grenzen gestoßen. Seit zehn Tagen müssten permanent rund 70 Verstorbene versorgt werden. Die Zahl der Einäscherungen übersteige mitunter die Kapazitäten, teilte am Abend die Stadtverwaltung mit.  

Der Platz im Krematorium reicht bald nicht mehr aus. Deshalb sollen Verstorbene an einem anderen Ort vorübergehend aufbewahrt werden, und zwar auf dem Gelände des Hochwasserstützpunktes. Noch sei die Lage beherrschbar, so der Chef der Städtischen Dienstleistungsgesellschaft, Daniel Brendler. Es müsse aber Vorsorge getroffen werden.  Das Personal im Standesamt arbeitet inzwischen in Sonderschichten. Zeit wird gebraucht für Aufnahmegespräche und die Leichenschau durch den Amtsarzt.

Oberbürgermeister Thomas Zenker hat  Landkreis und Freistaat um Unterstützung gebeten, sollte sich die Lage weiter verschlechtern. An einer vorsorglichen Lösung werde gearbeitet. "Wir sind organisatorisch an unseren Leistungsgrenzen angekommen und bitten alle Betroffenen um Verständnis."

Die Zahl der Sterbefälle in der Region Zittau hat sich im Vergleich zum November und Dezember 2019 (52 bzw. 45 Fälle) im vergangenen und in diesem Monat mit  110 bzw.115 mehr als verdoppelt.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit dem Zittauer Oberbürgermeister, Thomas Zenker