Zittauer Stadtrat einig - Tagebauerweiterung prüfen

Zuletzt aktualisiert:

Zittau ist sich einig. Die  Erweiterung des polnischen Braunkohletagebaus Turow soll noch einmal überprüft Der Stadtrat hat sich am Abend einstimmig der Beschwerde bei der EU angeschlossen. Zittau befürchtet weitreichende negative Umweltfolgen durch Rutschungen, Lärm, Feinstaub und Grundwasserentzug.  

Oberbürgermeister Thomas Zenker verwies auf eine unabhängige Studie zur Fortführung des Braunkohletagebaus. Demnach droht Zittau  durch die Grundwasserabsenkung bis 2044 um fast einen Meter einzusinken. Bei Feinstaub und Lärm wurden die Grenzwerte schon überschritten. Pläne, eine ein Kilometer lange und 50 Meter hohe Abraumhalde entlang der Neiße als Lärmschutz aufzutürmen, bezeichnete Zenker als völlig unangemessen.

 Unklar sei auch, was nach dem Tagebau an konkreter Rekultivierung geschehen soll. In der Studie wird gewarnt, dass mit der späteren Flutung der Grube giftige Spurenelemente wie Kadmium, Nickel und Uran in die Neiße gespült werden könnten. „Es sind noch viele Fragen offen, während die Bagger längst weiterlaufen“, so der Oberbürgermeister.  Im März vergangenen Jahres hatte Zittau Widerspruch gegen die Fortführung des Tagebaus eingelegt. Bedenken seien von Polen bis heute nicht ausgeräumt worden. Verwertbare Daten fehlten, warf Zenker der polnischen Seite vor. Mit der Beschwerde bei der EU will Zittau erreichen, dass die Tagebaugenehmigung erneut überprüft wird.