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Zündel-Oma aus Kubschütz braucht nicht hinter Gitter

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Das Amtsge­richt Bautzen hat heute eine 71-Jährige Frau zu acht Monaten auf Bewäh­rung verur­teilt. Die Rentnerin hatte Unrat an einer Fladen­bä­ckerei in ihrem Dorf angesteckt – aus Frust,  gestand sie unter Tränen in der Verhand­lung. 

Die Unord­nung und die Ratten, die machten Oma Anna so rasend. Die Hühner seien vom Ungeziefer angegriffen worden. Mehrfach habe sie den damaligen Besitzer der Fladen­bä­ckerei darauf hinge­wiesen. Am Silves­ter­abend vergan­genen Jahres platzte ihr der Kragen. Sie trank sie sich Mut an. Nach drei Gläsern Rotwein lief die 71-Jährige zur benach­barten Fladen­bä­ckerei und zündete mit einem Feuer­zeug Papier  und leere Mehlsäcke an. Die Flammen breiteten sich rasch auf den Dachstuhl­vorbau aus.

Gleich nach der Tat offen­barte sich die Rentnerin ihrem Mann und sagte einem Nachbarn – einem Feuer­wehr­mann - Bescheid, er möge mal schauen, ob es an der Bäckerei brenne. Die alarmierten Feuer­wehren trafen schon wenige Minuten später ein. Schlim­meres konnte verhin­dert werden.

Mit Tränen in den Augen entschul­digte sich die Angeklagte für die Tat. Sie habe auch schon den Schaden (4.600 Euro) wieder­gut­ge­macht. Das honorierte Amtsrichter Dirk Hertle und ging von einem minder schweren Fall aus. Zugleich warnte er: „Finger weg von Selbst­justiz!“. Probleme könnten so nicht gelöst werden.

Das Urteil ist bereits rechts­kräftig. Die Prozess­par­teien verzich­teten auf Rechts­mittel.