Innovationscampus und Wasserstoffzentrum für Görlitz
Görlitz startet durch. Auf dem Siemens-Gelände sollen ein Innovationscampus für Higtech-Unternehmen und ein Kompetenzzentrum zur Erforschung von Wasserstofftechnologien entstehen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Nachmittag in Görlitz unterzeichnet. Siemens und Fraunhofer-Gesellschaft wollen rund 30 Millionen Euro in Görlitz investieren. 100 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze sollen entstehen. Erforscht werden sollen klimafreundliche, digitale Industrieprozesse.
Nach der Vertragsunterzeichnung besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Dampfturbinenwerk. Sie wurde durch verschiedene Bereiche geführt und führte kurze Gespräche mit Beschäftigten. Merkel bezeichnete den Pakt als Grundstein für die Entwicklung der Energieregion zu einer Innovationsregion.
„Meilenstein für Strukturwandel in der Lausitz“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer lobte die Vereinbarung als Meilenstein für den Siemens-Standort Görlitz und die Entwicklung der Lausitz als Innovationsregion. Siemens-Chef Joe Kaeser erinnerte an sein Versprechen, dass der Konzern den Strukturwandel in der Lausitz aktiv mitgestalten möchte. Mit dem Zukunftspakt werde es nun eingelöst. „Damit können zukunftssichere Arbeitsplätze auch für die nächste Generation geschaffen werden. Die Chance ist da. Die Menschen in der Region sollte sie nun nutzen“, so Kaeser.
Den Aufbau einer gemeinsamen Plattform zur Wasserstoffforschung bezeichnete Fraunhofer-Präsident Reimund Neugebauer als Grundlage für den Anlagenbau in der Region. Industrielle Forschung und Wissenschaft können so eine strategische Partnerschaft bilden. „Fraunhofer-Wissenschaftler aus Halle, Leuna und Dresden werden nun mit ihren Kollegen von Siemens Themen definieren und Forschungsgruppen bilden“, umriss Neugebauer die nächsten Schritte. In fünf Jahren soll die Forschungsplattform errichtet sein.
Görlitzer Dampfturbinenwerk wird umgebaut
Siemens will in Görlitz außerdem erforschen, wie durch Wasserstofftechnologien der Co2-Ausstoß in energieintensiven Industrien verringert werden kann. Ziel sind neue, klimafreundliche Lösungen. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, sein Dampfturbinenwerk in Görlitz bis 2025 zum Co2-neutralen Standort umzubauen.
Siemens wollte ursprünglich das Turbinenwerk schließen. Nach massiven Protesten der ganzen Region ruderte Siemens zurück. Im Werk sind derzeit rund 750 Beschäftigte tätig.