„Zukunftspreis Brandenburg“ für Lausitzer Unternehmen
Ein Unternehmen aus der Lausitz ist gestern Abend mit dem „Zukunftspreis Brandenburg“ ausgezeichnet worden. Die Bosig Baukunststoffe GmbH aus Elsterwerda wurde für ihre innovativen Systemlösungen geehrt. Der Betrieb setzt auf neuartige Dämmtechniken und betreibt eine eigene Entwicklungsabteilung. Bosig produziert einen Funktionswerkstoff aus Reststoffen der Polyurethanschaum-Industrie, die Phonotherm-Platte. Jährlich werden über 8.000 Tonnen Reststoffe zu neuen Platten mit einem Lebenszyklus von mehr als 50 Jahren hergestellt. Diese Reststoffe müssten ansonsten in Müllverbrennungsanlagen verbracht oder deponiert werden. Das ist schlecht für die Umwelt. Sämtliche anfallenden Produktionsreste (Randabschnitte, Schleifstaub, Fehlplatten) werden wieder zu 100 Prozent in den
Produktionsprozess zurückgeführt, somit fallen bei Bosig keine Abfälle an.
Und das sind die weiteren Gewinner:
Helmut Magdeburg GmbH aus Oranienburg
Der Spezialist für Elektro- und Blitzschutzanlagen überzeugt sowohl mit seinem starken Umsatz- als auch Personalwachstum. Die Zahl der Azubis hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung ist nicht zuletzt auch dem Angebot des Azubi-Austausches und der Azubi-Lehrfahrten zu verdanken. Das Leitbild „Geben und Nehmen“ äußert sich in der starken Mitarbeiterorientierung. Von Beginn an war es das Ziel des Unternehmens, handwerkliche Begeisterung in einer generationenübergreifenden, überregionalen Gemeinschaft mit familiären Wurzeln zu leben. Diese Vision ließ die Helmut Magdeburg GmbH zu einem Vorbild in der Branche werden. Der Handwerksbetrieb bietet dabei alles aus einer Hand. Von der Planung über Ausführung, Revision und Service.1982 wurde das Unternehmen durch Herrn Helmut Magdeburg als Blitzschutzdienstleister gegründet. Mehr als 70 Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt.
Tinglev Elementfabrik GmbH aus Altlandsberg
Tinglev steht für das Leichtgewicht der Massivhäuser. Von der Planung und Beratung über die Fertigung, Fracht und Montage. Im Werk werden Bauteile vorgefertigt, die dann auf der Baustelle nur noch aufgesetzt werden. Mit beeindruckender Kreativität und technologischer Expertise hat es das Unternehmen geschafft, sich in der Branche als Vorreiter zu etablieren. In der globalisierten Welt hält das familiengeführte, mittelständische Unternehmen seit 20 Jahren dagegen. In den letzten Jahren wurde der CO2-Verbrauch um mehr als 13 Prozent gesenkt. Die Beschäftigten arbeiten stetig daran, Materialeinsatz, Abläufe und Ressourcen zu optimieren. Als einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Märkisch-Oderland investiert Tinglev in die Ausbildung eigener Fachkräfte, unter denen sich untypisch für die Baubranche zunehmend auch Frauen befinden. Durch gezielte Maßnahmen und Initiativen wie das Arbeiten mit Exoskelett wird eine positive Arbeitsumgebung geschaffen, die das Engagement und die Motivation der Mitarbeiter stärkt.
Gas Neumann Versorgungstechnik GmbH aus Bestensee
120 Jahre erfolgreiche Familientradition in vierter Generation: Alexander Neumann ist ein Unternehmer, der für seine Branche brennt, der eine beeindruckende Entwicklung bei Umsätzen und Mitarbeiterzahlen nachweisen kann und Jugendlichen eine Chance gibt. In dem Ausbildungsunternehmen steckt eine hohe Innovationskraft. So wurde in diesem Jahr ein neuartiges Bauprojekt mit einem riesigen Eisspeicher umgesetzt. Dabei wird Energie aus gefrierendem Wasser gezogen, die dann Wärmepumpen speist. Mehr als 30 Eigenheime werden so mit Wärme versorgt. Die Gewerbeanmeldung des Unternehmens geht zurück auf eine vom Kaiser unterschriebene Urkunde zum Betreiben der Gaslaternen in Altberlin. So ein Erbe kann auch manchmal eine Last sein. Bei Neumanns ist das nicht so. Jeder Inhaber setzte über die Jahre seine eigenen Akzente und sicherte so den Erfolg der Firma. Alexander Neumann zum Beispiel legt großen Wert auf die Aus- und Weiterbildung und auf die Bindung der eigenen Fachkräfte. Dazu gehören viele Maßnahmen wie die kostenlose Nutzung eines Azubimobils, die Finanzierung des Führerscheins, Zuschüsse für Bus- und Bahntickets, Urlaubs- und Weihnachtsgeld und regelmäßige Weiterbildungen.
TILSE GmbH aus Nennhausen OT Liepe
TILSE beeindruckt in vielfältiger Hinsicht und zeigt als Hidden-Champion, was mit dem Material Glas möglich ist. Das Unternehmen konzentriert sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen auf den maritimen Sektor und produziert einzigartige Sicherheitsverbundgläser, die insbesondere in Yachten eingebaut werden. Hier hat sich die Firma an die Weltmarktspitze gearbeitet. Alles kommt aus einer Hand: Digitales Aufmaß vor Ort, Design und Produktion der individuellen Planen oder gebogenen Scheiben und weltweiter Einbau. Was die Tilse GmbH ganz besonders auszeichnet, ist nicht nur die Technologie, sondern die Hingabe zum Detail und das Streben nach Perfektion. Jedes Stück Sicherheitsverbundglas wird mit Präzision und Leidenschaft gefertigt, und das Ergebnis ist nicht nur ein Produkt, sondern ein Kunstwerk, das die Eleganz und den Luxus in der Yachting-Welt unterstreicht. Seit 20 Jahren wächst der Betrieb am Standort im Havelland. Einen großen Wert legt man auf die Qualifizierung der Mitarbeiter, die Ausbildung junger Menschen und die Unterstützung lokaler Sportvereine und Einrichtungen.
GOLEM – Kunst und Baukeramik GmbH aus Jacobsdorf OT Sieversdorf
Gründer Tomas Grzimek formte ein Unternehmen, ohne das die Mehrzahl der Restaurierungen brandenburgischer Kirchen so nicht denkbar gewesen wäre. Stellte GOLEM in den 90er-Jahren überwiegend Ziegel nach mühsam rekonstruierten „Originalrezepten“ her, verlagerte sich die Produktion hin zu handgefertigten Fliesen aus der Gründerzeit und die Restauration historischer Gebäude. Heute ist das Unternehmen europa- und weltweit das einzige, das Fliesen dieser Epochen originalgetreu herstellt und eine breite Produktpalette anbietet. Ob im Kopenhagener Hauptbahnhof, den Hackeschen Höfen in Berlin, im Londoner Kaufhaus Harrods, in Wiener oder Prager Kirchen oder New Yorker Hochhäusern - überall sind Produkte von GOLEM zu finden. Durch seine Arbeit und Innovationskraft hat der Handwerksbetrieb einen entscheidenden Teil zum Erhalt hunderter großartiger Baudenkmäler in Brandenburg, Europa und der Welt beigetragen.