ZVON-Chef lehnt Duligs Nahverkehrspläne ab
Der Nahverkehr in Sachsen soll künftig von zentraler Stelle geregelt werden, die Verkehrsverbünden in einer Landesverkehrsgesellschaft verschmelzen. Der Plan von Verkehrsminister Martin Dulig ist auf Kritik und Ablehnung gestoßen.
Ein Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe – VVO – sprach von einer Eskalation. Der Zweckverband habe immer den Ausgleich zwischen Stadt und Region gefunden, als Beispiele nannte er mehr Regionalzüge nach Kamenz und Königsbrück.
Michael Harig, Vorsitzender des Verkehrsverbundes Oberlausitz-Niederschlesien ZVON und Landrat des Kreises Bautzen, wies die Pläne zurück.Mit Unverständnis reagierte der Görlitzer Landrat Bernd Lange auf die Ankündigung Duligs. "Wir waren in intensiven Gesprächen zur strategischen Ausrichtung und zur Beseitigung tariflicher Probleme zwischen den Verbundgrenzen des ZVON und des VVO, um einen attraktiven ÖPNV zu erreichen. Zu den erarbeiteten Vorschlägen gab es seitens des Ministeriums jedoch bisher keine Reaktionen. Den Vorwurf, dass eine konkrete Umsetzung mit den Vorsitzenden der Zweckverbände nicht möglich war, halte ich für unangemessen", so Lange.
CDU-Landtagsabgeordneter Frank Heidan warf Dulig vor, Verkehrspolitik „mit dem Holzhammer“ zu betreiben. Das Risiko der geplanten Landesverkehrsgesellschaft sei, dass der ländliche Raum ausgedünnt wird, Strecken geschlossen werden.