Zweiländerbrücke für Dreiländereckpunkt Zittau

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Mehr als 15 Jahre schon gibt es Pläne für eine Brücke am Zittauer Dreiländereck. Sie soll Deutschland, Polen und Tschechien miteinander verbinden. Bislang sind jedoch alle Anläufe gescheitert. Nun prescht die tschechische Seite vor. Sie will eine Zweiländerbrücke im Dreiländereck – ohne die Beteiligung von Polen. 

Der Bürgermeister von Hradek (Grottau), Josef Horinka, hat in dieser Woche im Stadtrat drei Varianten vorgestellt: Eine Stahlbogenbrücke, eine Schrägseilbrücke und eine einfache Brücke. Sollte sich Zittau für eine der drei Konstruktionen entscheiden, könnte sofort mit den Vorbereitungen begonnen werden. "Wir sind bereit, den Förderantrag bei der EU zu stellen, die Vorfinanzierung zu übernehmen und auch die Umsetzung", sagte Horinka.

EU fördert nur bilaterale Projekte

Aber weshalb soll Polen außen vor bleiben? "Die EU fördert nur bilaterale Projekte. Brüssel hat noch nicht begriffen, dass es das Dreiländereck gibt." Der Hradeker Bürgermeister  rechnet mit einer Förderung zwischen 80 und 85 Prozent.   Er schätzt die Kosten  auf 18 bis 20 Millionen Kronen - je nach Variante. Das sind umgerechnet zwischen 720.000 und  800.000  Euro. Am teuersten wäre die Stahlbogenbrücke.

Horinka hofft auf die Zustimmung der Zittauer. Der Hradeker Bürgermeister erwartet eine rationale Lösung und keine Träumereien. "Es wäre schön, wenn sich der Zittauer Stadtrat schnell entscheiden würde. Denn die Fördermittelprogramme werden nächstes Jahr ausgeschrieben."

Zittauer Oberbürgermeister offen für Vorschlag

Im Stadtrat stößt die Zweiländereckbrücke auf geteilte Meinungen. Während für die AfD nur eine Dreiländereckbrücke in Frage kommt, wollen andere Fraktionen die bilaterale Lösung unterstützen. Oberbürgermeister Thomas Zenker hätte zwar lieber eine Dreiländerbrücke. Aber alle bisherigen Versuche hätten nicht zum Erfolg geführt. "Wenn es der Weg sein soll, wie das Dreiländereck zusammenrücken kann, dann ist es dieser", kommentierte Zenker die Initiative seines tschechischen Amtskollegen. Der OB will aber einen Beschluss im gemeinsamen Rat. Dem Gremium gehört auch der polnische Bürgermeister von Bogatynia (Reichenau) an.

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Reporter Knut-Michael Kunoth