Zweimal geflüchtet, dem Tod entkommen
Mit Kränzen und Gedenkminuten wird heute an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 79 Jahren erinnert – so u.a. in Görlitz, Zgorzelec, Spremberg, Senftenberg und Kamenz. Im Hoyerswerdaer Johanneum gestalten Schüler ein Programm. Zeitzeugen erinnern sich.
Erhard Wiedmer ist 15 Jahre alt, als die Waffen schweigen, der Zweite Weltkrieg in Europa zu Ende ist. Der Lausitzer erlebt den 8. Mai 1945 in Seifhennersdorf. Er schildert seine Erlebnisse in den letzten Kriegswochen, die Flucht mit seiner Mutter und dem kleinen Bruder auf dem Ochsenkarren nach Meißen, die Rückkehr in seinen Heimatort Kodersdorf bei Görlitz, das Trommelfeuer der heranrückenden Front, Tiefflieger und Granateinschläge. Die Familie begibt sich Mitte April 1945 erneut auf die Flucht. In Seifhennersdorf wird Wiedmer beinahe von einem russischen Panzer überrollt. Wieder zurück in Kodersdorf stehen die Drei vor dem eingeschossenen Wohnhaus und der abgebrannten Scheune.
„Die Menschheit wird nicht gescheit, sie macht Krieg und bringt sich weiter um. Ich kann es nicht begreifen“, so der 94-Jährige im Rückblick.