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Ausmaß der Geflügelpest im Cottbuser Tierpark unklar

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Nach dem Ausbruch der Geflügelpest bei einigen Vögeln im Tierpark Cottbus ist das ganze Ausmaß noch unklar. Die städtische Anlage muss auf das Ergebnis weiterer Untersuchungen warten. Am Mittwoch seien etwa 70 Proben genommen worden, sagte der Sprecher der Stadt, Jan Gloßmann. Am Donnerstag oder Freitag soll es Klarheit geben, ob das ansteckende Virus H5N1 bei weiteren Schwänen und Enten nachgewiesen wurde.

Der Tierpark trifft Vorbereitungen, um eine Ausbreitung zu verhindern. „Wir hoffen, dass es nicht übergreift auf eingestallte Tiere und das Ausmaß nicht so groß wird“, sagte der Stadtsprecher am Mittwoch. Die Tötung von Tieren ist bislang nicht vorgesehen.

Der Tierpark, der neben Wasservögeln unter anderem auch Raubtiere, Elefanten, Affen und Zebras hält, ist bis mindestens Freitag geschlossen. Der Vogelbereich bleibt laut Stadt möglicherweise für mehrere Wochen zu.

Am Dienstag hatte das Gesundheits- und Verbraucherschutzministerium in Potsdam mitgeteilt, dass der Erreger bisher bei fünf Schwänen und einer Ente amtlich festgestellt worden sei. „Da es sich bei den Vögeln um seltene Rassen und geschützte Arten handelt, wird von einer vorsorglichen Tötung von Tieren und der Einrichtung von Sperrzonen aktuell abgesehen“, hieß es. Gestorben waren Schwarzhalsschwäne und eine Eiderente.

Seit Oktober 2023 ist in Deutschland laut Ministerium ein deutlicher Anstieg der Ausbruchszahlen bei Wildvögeln und in Hausgeflügelbeständen zu erkennen. Möglicherweise habe ein Wildvogel den Erreger in den Tierpark eingetragen, klar sei das aber nicht, so der Stadtsprecher.

Um eine Ansteckung weiterer Tiere einzudämmen, werden seit einiger Zeit Bereiche voneinander getrennt und Hygienemaßnahmen auch für die Mitarbeiter umgesetzt. Etliche Vögel seien bereits seit Wochen nicht mehr im Freien, sondern etwa hinter Glas, schilderte der Sprecher der Stadt. Flamingos seien in Gehegen, die mit Netzen überdacht seien. Einige Wasservögel seien an einem Teich weiterhin im Freien.

Der Berliner Zoo war im November 2022 für einige Wochen geschlossen worden, nachdem ein Wasservogel infiziert war. Auch in Geflügelhaltungen kommt es immer wieder zum Ausbruch der Vogelgrippe.

Der Erreger war Anfang Dezember etwa in einem Betrieb in Ostprignitz-Ruppin nachgewiesen worden. Mehr als 10 000 Vögel mussten getötet werden. Auch in anderen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern gab es Fälle. Das Verbraucherschutzministerium in Potsdam appellierte an alle Geflügelhalter, Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest strikt einzuhalten.