Sachsens Krankenhäuser brauchen Finanzspritze

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Wegen der steigenden Energiekosten und der Inflation blickt die Krankenhausgesellschaft Sachsen besorgt auf die finanzielle Lage der Kliniken in der Region. Bei den Energiekosten rechneten die Krankenhäuser im Freistaat für dieses Jahr mit einem Defizit von 92 Millionen Euro, im kommenden Jahr mit 88 Millionen Euro.

Das teilte der stellvertretende Geschäftsführer Friedrich München auf Anfrage mit. "Aktuell müssen zahlreiche Krankenhäuser Überbrückungskredite in Anspruch nehmen, um Löhne und Gehälter sowie Rechnungen fristgerecht bezahlen zu können."

Wichtig sei, dass die geplante Gas- und Strompreisbremse schnell den starken Anstieg der Energiekosten der Krankenhäuser begrenze. "Die Krankenhäuser benötigen zunächst Finanzierungssicherheit, denn die Inflation setzt den Kliniken immer stärker zu." Es müsse alles getan werden, damit die zugesagten Finanzmittel schnellstmöglich bei den Kliniken ankämen, forderte München.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Anfang November schnelle und umfangreiche finanzielle Hilfen in Milliardenhöhe für die Kliniken in der Energiepreiskrise zugesagt. Er verwies darauf, dass Kliniken oder Pflegeeinrichtungen beim Heizen kaum sparen könnten und auch nicht beim Stromverbrauch, weil wichtige Geräte wie etwa Kernspintomographen betrieben werden müssen.

Wie genau und in welcher Höhe sächsische Krankenhäuser entlastet werden, sei noch nicht bekannt, sagte München. Die Auszahlung müsse so gestaltet werden, dass spätestens im Januar Geld fließe und Liquiditätsengpässe reduziert würden. "Ohne feste finanzielle Zusagen ist mindestens ein Drittel insolvenzgefährdet", betonte München. (dpa)